ict.dtd"> Die Sommerfrische Partschefeld kehrt zurück

Herr P.Feld in der Sommerfrische

Bauarbeiten sind am Schulplatz im vollem Gange!


Nicht nur unsere Website braucht ein Facelift, auch der Schulplatz in Partschefeld wird komplett erneuert.

Bis Ende Oktober wird dieser dann komplett gepflastert, mit Hochbeeten und einer neuen Bank und Laterne ausgestattet sein.


Die Pause hat nun lang genug gedauert!

 

In ein paar Wochen werden wir hier unsere neuen Seiten präsentieren.

Seien Sie gespannt es geht bald los!

13.09.2007

Immerhin Partschefeld

Autoritätsbeweis gefällig? - Im Vorspann des eigens fürs Jubiläum "30 Jahre Partschefeld" kreierten Privatfilms kommt Jenas langjähriger Kultur- und Sozialdezernent Matias Mieth zu Wort: 1983 sei er nach Jena gekommen. Oft habe er damals Leute von "Partschefeld" reden hören; die hätten dabei "glückliche Augen" gehabt; das müsse wohl ein "Sehnsuchtsort" gewesen sein.

- Wie wahr!, könnten Hans Süßenguth-Großmann, Jochen Anton Friedel, Henry Crasser, Bernd Rolle und Jörg Auweiler darauf sagen: Die fünf Herren - allesamt den 50. Geburtstag schon eine Weile hinter sich - haben für heute, morgen und Sonntag 200 Leute aus aller Welt nach Partschefeld geladen, jenen Ort bei Uhlstädt, wo sich der Südzipfel des Saale-Holzland- und der Nordzipfel des Saale-Orla-Kreises küssen. Mit allen, die jemals das Haus Nr. 14 in Partschefeld besucht haben, wollen die fünf Herren den 30. Geburtstag eines Projekts feiern, das nicht zum DDR-Klischee passt und wohl gerade deshalb so anziehend wirkte.

Jörg Auweiler (58), nach ´89 einige Jahre Jenapharm-Betriebsrat, später als Stadtrat gut bekannt, er kratzt sich den Bart: "Ach, 200. Es waren garantiert viel mehr." - Von der Rockband "Rosa" bis zum alteingesessenen Zeiss-Planetariumstrio Hellwig, Meinl, Eck. Von Palettennagler und Journalist Querengässer bis zum heutigen Jenaer FDP-Vormann Bartsch. Und so möge, auch ohne Einladung, an den Jubiläumstagen kommen, wer will, sagt Auweiler. - Eben ein offenes Haus wie schon vor 30 Jahren.

Um 1975, 1976, als die fünf Jenaer Freunde nach dem Studium alle ihre ersten Arbeitsplätze hatten, so berichtet Jörg Auweiler, habe die zentrale Frage gestanden: Macht man ein neues Projekt, oder verliert man sich aus den Augen? - Also musste eine "private Fläche" her , "um machen zu können, was man will", wie Auweiler sagt, und dies bitte (Film-O-Ton Crasser) ganz bewusst "am Arsch der Welt". Weil man schon so vieles erlebt habe, sei das (Film-O-Ton Rolle) "eher ein Rückzugsgefecht" gewesen. So kratzte ein jeder fix 2000 DDR-Mark zusammen, um die Anzahlung zum Kauf des Grundstücks mit dem seit 1911 kaum reparierten Haus leisten zu können. Weitere 10 000 waren später fällig. Hinzu kam ein Kredit von 21 000 DDR-Mark für den Ausbau des Hauses, das märchenhafte Räumlichkeiten wie das "Sieben-Zwerge-Zimmer" bekommen sollte. Insgesamt zehn Jahre, sagt Jörg Auweiler, habe die Sanierung gedauert - und dies stets in strengem Regime: "Wer früh um 9 am Samstag nicht auf die Baustelle kam, musste einen Kasten Bier bezahlen."

"Nein, wir waren keine Widerstandskämpfer", sagt Auweiler. Und ein "Literarischer Salon" sei das ebenso wenig gewesen, möge der "Bücher-Frank" aus der Thomas-Mann-Buchhandlung auch mal seine Romane präsentiert haben. Hier die Happenings - da das Philosophieren, das "ging freilich immer ineinander über". Oder anders gesagt: "Nicht nur gemeinsam feiern, sondern auch gemeinsam am Betonmischer stehen."

Logisch ist, dass die DDR-Machthaber ein Auge auf dem Projekt hatten. "Wir wussten, dass Leute aus dem Ort Nummernschilder aufschreiben", sagt Auweiler. Allem Anschein nach seien "die Organe" "bitter enttäuscht gewesen, dass das keine politische Zelle, sondern einfach eine andere Lebensform war". Größere Bekanntheit erlangte die "Partschfelder Lebensform", als Barbara Metselaar darüber ihren Film "Wir wären so gerne Helden gewesen" drehte. Er wurde im ZDF wie auch bei 3Sat gezeigt und 1996 beim Leipziger Dok-Film-Festival mit der "Silbernen Taube" ausgezeichnet. Sequenzen daraus sind in Auweilers Jubiläumsfilm einmontiert, der morgen in Partschefeld Premiere hat. Als Musik hat Auweiler neben "Kokain" von JJ Cale den Rolling-Stones-Song "You can´t always get what you want" untergelegt.
Hinzufügen ließe sich: aber immerhin Partschefeld.

aus TLZ v. 13.09.2007